2014/03/11

Six months down - six more to go ...

Ein neuer Post und wieder Zeit für Reflexion. Diesmal: Halbjahresbericht.

Im Rahmen des Andrássy Europa Stipendiums sind ja, soviel zur Information, regelmäßige Berichte zu erbringen, um nachzuweisen, welcher Fortschritt in der eigenen Forschungsarbeit erzielt wurde. Die Berichte erfolgen nach jedem Quartal, mit zusätzlichen ausführlicheren nach dem ersten halben Jahr und noch einmal zum Ende des Förderungszeitraumes. 

Der Bericht Anfang diesen Monats für Dezember 2013 bis inklusive Februar 2014 hat mich damit daran erinnert, dass bereits ein halbes Jahr vergangen ist, seit ich diesen kleinen Blog im Rahmen meines Andrássy Europa Stipendiums begonnen habe. Time flies! Das neue Semester, das bereits seit Mitte Februar läuft, entwickelt sich momentan jedoch etwas ruhiger als das letzte: Ich habe nur noch zwei Veranstaltungen, also daneben scheinbar viel "freie" Zeit. Die bin ich bereits voll am nutzen für zwei noch ausstehende Hausarbeiten für meinen zweiten Masterstudiengang und zusätzlich bin ich natürlich mitten in der Ausarbeitung für mein hier beschriebenes Forschungsthema. 

Für die nächsten sechs Monate wünsche man mir also Glück. Es steht noch einiges an!

2014/02/26

Fachveranstaltung für EuropastipendiatInnen 25|02|2014

Am 25. Februar 2014 fand die zweite Fachveranstaltung für Andrássy EuropastipendiatInnen im Studienjahr 2013/14 statt. Erneut waren wir zu sechst, diesmal jedoch ausschließlich Teilnehmerinnen, welche alle in der gleichen Förderungszeit wie ich ihre Forschung durchführen.

Das Grußwort der Universität wurde an diesem Tag von Dr. Jörg Dötsch gehalten. Aufgrund eines kurzfristigen Termins konnte er leider nicht die gesamte Veranstaltung bleiben, die weitere Vertretung der AUB übernahm deshalb Dr. Christina Griessler. Sie stand uns nach unseren jeweils 10 bis 15-minütigen Vorträgen mit Nachfragen, Feedback und Anregungen zur Seite.

Anknüpfend an meinen Vortrag der letzten Fachveranstaltung konzentrierte ich mich auf diesmal darauf, den aktuellen Stand meiner Forschung vorzustellen. Wie auch das letzte Mal war es darüberhinaus interessant für mich zu hören, mit welch unterschiedlichen Themen sich die anderen beschäftigen, seien es Flüchtlinge im Donauraum, Auslandsinvestitionen in Ungarn oder die Analyse der politischen Ideologien ungarischer und deutscher Parlamentsabgeordneter. Wer mehr erfahren möchte, verweise ich erneut auf die Seite der Publikationen der Andrássy EuropastipendiatInnen.

2014/01/26

Kurzes Update - Prüfungszeit und bunte Theorie

Wow, was für ein Semester! Wie in meinem zweiten Blogeintrag erwähnt, studiere ich zurzeit zwei Master gleichzeitig und war bis Ende Dezember zudem zweite Vorsitzende unserer Studierendenschaft. Alle drei Dinge machen unglaublich viel Spaß ... und Arbeitsaufwand! Dieser zeigt sich mir auch in der jetzigen Prüfungszeit im Januar, deren Inhalt für mich von Finanzwissenschaft über Transatlantische Beziehungen bis hin zu Geschichtsphilosophie reichte.

Er ist aber auch der Grund dafür, dass die Blogeinträge doch etwas weiter verteilt waren als geplant. Die positive Seite dessen ist, dass ich mit Ende diesen Semesters so gut wie alle Veranstaltungen für beide Studiengänge belegt habe. Das gibt mir wiederum Zeit, mich im Sommersemester 2014 auf meine Masterarbeit für IB, also eben das hier thematisierte Forschungsvorhaben, zu konzentrieren. 

Neben der Literaturrecherche bin ich dadurch auch inhaltlich noch mit der Ausarbeitung der Theorie beschäftigt - soweit, dass ich auch überlege, ob die Masterarbeit weniger die Analyse Rumäniens anhand eines Theorieansatzes als vielmehr die Überprüfung eines Theorieansatzes anhand Rumäniens wird. Beides würde Titel und Programm des Vorhabens entsprechend, erstes gibt mehr konkrete Ergebnisse und mögliche Handlungsempfehlungen, letzteres u.U. mehr Anwendbarkeit auf andere Fälle und Länder, könnte jedoch auch den Rahmen einer Masterarbeit sprengen.

Zu beachten dabei ist auch, dass das zu wählende - oder zu konstruierende - Analysemittel alle drei Stufen meines Zeitvergleiches - also Rumänien vor, während und nach dem Beitritt - abdecken muss, also sehr unterschiedliche Phasen der rumänischen Konsolidierung beinhaltet. Habe ich erwähnt, dass ich die Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten und ihrer Anwendbarkeit sehr spannend finde? Für mich ist alle Theorie jedenfalls alles andere als grau! Wenn dies bedeutet, dass ich länger für die Ausarbeitung dieses Teils der Arbeit brauche, als gedacht - sei's drum. Ohne passende Grundlage ist schließlich jede Analyse der tatsächlichen Entwicklungen für meine Fragestellung wenig wertvoll.

In diesem Sinne ein etwas spätes "Frohes neues Jahr!" und bis zum nächsten Eintrag im Februar.

2013/12/08

Mögliche Theorieansätze

Heute möchte ich kurz darauf eingehen, auf welcher theoretischen Grundlagen meine Forschungsarbeit stehen soll bzw., wohin meine Gedanken diesbezüglich gehen.  

Wie bereits aus dem letzten Blogeintrag ersichtlich, war mein Ausgangspunkt die Theorie der Defekten Demokratie und embedded democracy von Wolfgang Merkel. Sehr, sehr kurz gesagt, besteht nach dieser Theorie eine Demokratie aus fünf verschiedenen Teilregimen, die in ihrer Gesamtheit in bestimmte Rahmenbedingungen eingebettet sind. Das ergibt ein meines Erachtens  adäquates Analysemittel, um demokratische Systeme und ihre möglicherweise gegebenen Defizite Schritt für Schritt zu betrachten und zu benennen. 

In Bezug auf mein Thema hat sich die Theorie zudem als sehr nützlich erwiesen, da ihre Kategorien und Kriterien sich als kompatibel mit denen der Beitrittsbedingungen der EU erwiesen. In anderen Worten: Die Beitrittsbedingungen der EU an Rumänien enthielten genau solche Punkte, die bei Erfüllung im Sinne der Theorie Merkels zu einem Ablegen der Defekte der rumänischen Demokratie hätten führen müssen. Mit dem Beitritt Rumäniens - also der Erfüllung aller Beitrittskriterien - hätte das Land somit also auch keine defekte Demokratie mehr sein dürfen.
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2013/11/03

Stand meiner Forschung

Wie findet man ein Forschungsthema und gelangt zu der Idee, über den Einfluss der EU auf die Demokratisierung in Rumänien zu schreiben? 

In meinem Fall war es das Kennenlernen der Theorie der "Defekten Demokratie" und ihrem zugrunde liegenden Konzept der "embedded democracy" von Wolfgang Merkel. Eines seiner Analysebeispiele war Rumänien Anfang der 1990er Jahre und ich fragte mich, inwiefern seine Bewertung Rumäniens auch auf die heutige Situation zutrifft: Immerhin ist das Land ja inzwischen Mitgliedsland in der selbstdeklarierten Wertegemeinschaft rechtstaatlicher Demokratien, der Europäische Union. 

Dieses Thema fand ich so spannend, dass ich in Zusammenarbeit mit einer weiteren Studentin der Andrássy Universität im Wintersemester 2012/13 bereits eine Hausarbeit darüber verfasste. In meiner Masterarbeit werde ich nun dieses Thema aufgreifen, vertiefen, ergänzen und ausbauen. 

Um jedoch einen Einblick darin zu geben, zu welchen Ergebnissen wir/ich bisher gekommen sind/bin und worin Ansatzpunkte meiner fortführenden Forschung liegen, habe ich die angesprochene Seminararbeit zusammengefasst. Der aktuelle Stand meiner Forschung, nach dem Jump:

2013/10/31

Fachveranstaltung für EuropastipendiatInnen 31|10|2013

Am 31. Oktober 2013 fand die aktuelle - und meine erste - Fachveranstaltung für Andrássy EuropastipendiatInnen statt. Insgesamt sechs von uns nutzen diese Möglichkeit, unser Forschungsvorhaben darzulegen bzw. den momentanen Stand unserer Forschung zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Die Forschungsthemen reichten dabei von der Luftverkehrspolitik über Erinnerungskultur im Donauraum bis hin zu wirschaftlichen Themen wie etwa mitteleuropäischen Wirtschaftskooperationen. Die Andrássy Universität wurde von Dr. Attila Vincze vertreten, der ein Grußwort sprach und unsere Vorträge mit konstruktiver Kritik begleitete.

In meinem Vortrag begründete ich mein Forschungsthema sowie die Fallauswahl und ging anschließend auf mögliche nutzbare Theorieansätze und Vorgehensweise ein. Letztere Aspekte werden auch Gegenstand in Kürze folgender Blogeinträge sein, da ich mich laut meinem Zeitplan bis Ende des Jahres auf eine theoretische Grundlage der Arbeit festgelegen möchte, anhand derer ich den Demokratisierungsprozess Rumäniens schlüssig darstellen kann.

Wer bis dahin mehr zu den Themen der anderen EuropastipendiatInnen erfahren möchte, findet auf dieser Seite Informationen, Publikationen sowie Verlinkungen zu anderen Forschungsblogs.

2013/09/30

Ausgangspunkt der Forschung und Fallauswahl

Die Europäische Union ist nicht nur eine bedeutende Wirtschafts-, sondern versteht sich selbst auch als Wertegemeinschaft, welche unter anderem für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie eintritt. Sie sieht sich diesbezüglich durch die vergangenen Erweiterungsrunden aber mit einer verstärkten Diversität innerhalb ihrer Mitgliedsstaaten konfrontiert, denen sie unter anderem mit makroregionalen Strategien zu begegnen sucht. 

Zu diesen gehört auch die Strategie der Europäischen Union für den Donauraum, dessen Länder sich unterschiedlichen Ressourcen und Entwicklungsstadien, aber ähnlichen Problemen ausgesetzt sehen. Diesen muss nicht zuletzt deshalb begegnet werden, als dass die Donauregion als Ort der letzten drei Erweiterungsrunden sowie aufstrebender Beitrittskandidaten zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

Eine der wichtigsten Herausforderungen, welche von der Donauraumstrategie auch explizit als Schwerpunkt benannt wird, ist gute Regierungsführung. Demnach müssen die institutionellen Kapazitäten der betroffenen Länder auf allen Ebenen ausgebaut und Korruption bekämpft werden, um die demokratische Entwicklung sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit in staatliche Institutionen zu stärken. Ziel ist es unter anderem, im Austausch der betroffenen Staaten untereinander best practices zu identifizieren, die guter Regierungsführung sowie damit verbunden demokratischer Konsolidierung dienen.

Rumänien stellt vor diesem Hintergrund ein besonders interessantes Fallbeispiel dar. Trotz des Erfolges, sich von einer Anfang der 1990er Jahre als „defekt“ bezeichneten Demokratie zum EU-Mitgliedsland 2007 entwickelt zu haben, sieht sich Rumänien ob seiner Politik und der Qualität seiner Demokratie noch heute stetiger Kritik ausgesetzt. Sie erhielt durch die Regierungs- bzw. Staatskrise 2012 zusätzlichen Auftrieb, dabei hatte der Beitrittsprozess Rumäniens zur Europäischen Union einst Hoffnungen geweckt, die dazu erforderlichen Anpassungen würden zu einem Rückgang oder Verschwinden der festgestellten Defekte führen. 

Damit bietet das Land die Möglichkeit, den Einfluss der EU auf Demokratisierungsprozesse sowohl in einem Zeitvergleich (vor, während und nach dem EU-Beitrittsprozess) als auch nach Status (Nichtmitglied, Beitrittskandidat, Mitgliedsland) zu analysieren.